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Fichtelberg Radmarathon (2020 inoffiziell)

Wie viele Veranstaltungen dieses Jahr, wurde auch der Fichtelberg Radmarathon wegen Corona abgesagt. Das bedeutet ja aber nicht, dass man diesen trotzdem in Eigenregie fahren darf. Gesagt getan. Da ich ja immer noch Rennrad Neuling beginn, war ich auch in den Vorjahren nicht am Start und es war für mich das erste Mal auf dieser Strecke. Mein Trainingspartner fürs Rennrad hier aus Wehlen hatte mir den Event ans Herz gelegt. Zurecht! Bis Freitagabend war es uns zwar immer nicht genau klar ob wir starten werden. Die Wettermeldung mit Starkregen und Unwetter hatten uns zu denken gegeben. Immer wieder völlig andere Szenarien und Zeiten wann denn welches Wetter sein sollte. Am Samstag sah es dann wieder gut aus, so dass in der Region Chemnitz erst zum späten Abend etwas kommen sollte.

So haben wir es riskiert und uns 6:30 Uhr in Richtung Chemnitz aufgemacht. Mit uns direkt gemeinsam am Start waren noch 4 weitere Rennradler. Beiläufig wurde erwähnt, dass die Jungs sportlich unterwegs seien. Aha. So ging es dann zu sechst um ca. 8 Uhr bei noch angenehmen 22 Grad in Richtung Fichtelberg. Was sportlich unterwegs sein in diesem Fall bedeutet, war mir spätestens nach 20 KM und den ersten langen Anstiegen klar. Am Berg war es mir zu diesen Zeitpunkt unmöglich das Tempo der Herren mitzugehen, ohne meine gesetzte HFmax. von 159 zu überschreiten. Weg waren sie. Ich dachte mir, dass kann ja auf den noch zu fahrenden 130 KM lustig werden. Da kommt man sich vor wie der absolute Anfänger. Allerdings passte in das Bild nicht, dass ich selbst einige andere Fahrer eingesammelt habe und mich auf der ganzen Fahrt außer meine eigenen Leute keiner überholt hat. Da wurde mir klar, mit was für einem Tempo der Trupp und ich selbst als sportlich ambitionierter Hobbyfahrer unterwegs waren. Die Temperaturen stiegen in der Zeit auf max. Werte über 30 Grad bei schöner schwüler Luft. Die insgesamt 90 KM von Chemnitz zum Fichtelberg hoch hatten es so in sich, allerdings in einer rein von der Landschaft her super schönen Umgebung. So kamen wir dann doch oben in relativ kleinen Abstand an und der Fichtelberg begrüßte uns mit fantastischen Wetter, also Sonne, wenig Wind und Fernsicht.

Fichtelberg Radmarathon

Nach einer Stärkung haben wir uns dann relativ zügig auf den Rückweg gemacht. Ähem zügig ja, bedeutet die Jungs haben sich aus meiner Sicht vom Berg runter gestürzt als gebe es kein Morgen. Auch hier war ich als „Memme“ mit der Bremse in der Hand der langsamste und schnell hatte ich den Sichtkontakt wieder verloren. Eine Ampel etwas weiter unten kam mir da gerade recht, alle mussten warten und so waren wir wieder zusammen. Ca. 45 KM galt es zu diesen Zeitpunkt noch zu fahren und siehe da, die sportliche Crew zeigte nun zum Teil Ermüdungserscheinungen. Ah, es waren also auch nur Menschen. Zum Glück hielt sich meine Ermüdung zu diesem Zeitpunkt in Grenzen bzw. war noch nicht groß zu spüren. Wie im Triathlon gesagt würde, habe ich mir genügend Körner am Berg aufgespart um jetzt Druck machen zu können. Zur Abwechslung bin ich auf den letzten Kilometern auch mal vorne weg geheizt. Dass es dabei nicht pausenlos Bergauf ging, kam mir natürlich sehr entgegen. Der „Zieleinlauf“ nach mehr als 150 KM u. ca. 5:50h Fahrzeit mit über 2000HM wieder in Chemnitz war für mich so mehr als OK.

Fichtelberg Radmarathon

Auch das Gefühl, dass ich noch nicht platt war und ein Marathon über 42,195 KM auch noch drin gewesen sein sollte. Das zeigt mir, dass der IRONMAN am 21.6.20 eine lösbare Aufgabe gewesen sein sollte. Das Training bisher geht für mich so in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr am 6.6. in Hamburg genauso oder noch besser passt und ich das Ding dann, mit einer für mich guten Zeit finishen kann. Zurück noch mal zum Tag selbst: Es war eine superspannende, schöne & anstrengende Aktion. Hat viel Spaß gemacht. Danke Gerd dass du an mich gedacht hattest und zu dieser Aktion mitgeschleift hast. Gern wieder!

Noch mal Wetter: Auf der Rückfahrt nach gefahren 2 KM, kam dann der angesagte Regen. Für uns konnte es wahrlich nicht besser passen.

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